Gerätemodelle in Prozess­simulation integrieren

Konzeptidee und Evaluierung einer Modellbeschreibung

  • Till Heinzerling Siemens
  • Mathias Oppelt Siemens
  • Thomas Bell Siemens

Abstract

Die Anbieter von Automatisierungslösungen für prozesstechnische Anlagen sehen sich mit steigenden Anforderungen bezüglich Komplexität, Anlagensicherheit und verkürzten Projektlaufzeiten konfrontiert. Eine Möglichkeit, diesen Anforderungen gerecht zu werden, ist der Einsatz von Simulationstechniken während des kompletten Lebenszyklus einer Anlage. Dies ermöglicht es, Lösungskonzepte frühzeitig zu erproben und Fehler zu identifizieren, bevor die reale Anlage verfügbar ist. Dabei ist es jedoch wichtig, sich nicht nur auf die Simulation von verfahrenstechnischen Vorgängen und Komponenten zu beschränken. Um ein umfassendes und möglichst realitätsnahes Modell der Anlage zu erhalten, müssen ebenso Verhalten und Eigenschaften der verbauten Geräte, wie Sensoren und Aktoren, im Simulationsmodell detailgetreu nachgebildet werden, da diese das Verhalten der Gesamtanlage signifikant beeinflussen. Dieser Beitrag beschreibt ein Konzept für die Erstellung und Einbindung solcher Simulationsmodelle von Feldgeräten sowie die prototypische Implementierung des zyklischen und azyklischen Kommunikationsverhaltens.
Außerdem wurden detaillierte Gerätemodelle erstellt, die produktspezifische Eigenschaften und Funktionen enthalten. Ziel ist es, mit dem Konzept eine Basis zu schaffen, damit Gerätehersteller die Gerätemodelle selbst erstellen können.

Autor/innen-Biografien

Till Heinzerling, Siemens

M.Sc. Till Heinzerling (geb. 1985) ist Projektleiter in der Vorfeldentwicklung für das Thema Prozessimulation im Engineering bei der Siemens AG in Karlsruhe. Zuvor hat er in verschiedenen Funktionen bei Siemens gearbeitet, u.a. mehrere Jahre in der Abwicklung von Automatisierungsprojekten in der Öl & Gas Industrie . Er hat seinen Master im Bereich „Management of Product Development“ am Karlsruhe Institute of Technology (KIT) abgeschlossen.

Mathias Oppelt, Siemens

Dr.-Ing. Mathias Oppelt (geb. 1984) ist Leiter des Simulation Centers für die Prozessautomatisierung bei der Siemens AG in Erlangen. Er ist hierbei für die Simulator-Projektabwicklung und die Produktentwicklung für das Simit Simulationsportfolio verantwortlich. Zuvor hat er in verschiedenen Funktionen bei Siemens im In- und Ausland gearbeitet, u.a. mehrere Jahre im Produktmanagement. Er hat ein Diplom Studium in Mechatronik an der TU Hamburg-Harburg, sowie einen Master in Technologiemanagement am Northern Institute of Technology Management in Hamburg abgeschlossen und am Institut für Automatisierungstechnik der Technischen Universität Dresden promoviert. Er ist stellvertretender Vorsitzender des VDI/VDE GMA Fachausschuss 6.11 „Virtuelle Inbetriebnahme“.

Thomas Bell, Siemens

Thomas Bell (geb. 1982) ist Produktmanager für SIMIT bei der Siemens AG in Karlsruhe. Er ist hierbei für die Produkte SIMIT, SIMIT Virtual Controller, SIMIT UNIT sowie die SIMIT Bibliotheken verantwortlich. Zuvor hat er in der COMOS Entwicklung gearbeitet und war mehrere Jahre im In- und Ausland als Projekt Ingenieur tätig. Er hat ein Diplom Studium in Elektrotechnik/Automatisierungstechnik an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg abgeschlossen.

References

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Veröffentlicht
2017-11-16
Zitieren
HEINZERLING, Till; OPPELT, Mathias; BELL, Thomas. Gerätemodelle in Prozess­simulation integrieren. atp magazin, [S.l.], v. 59, n. 10, p. 34-45, nov. 2017. ISSN 2364-3137. Verfügbar unter: <http://ojs.di-verlag.de/index.php/atp_edition/article/view/1894>. Date accessed: 03 aug. 2020. doi: https://doi.org/10.17560/atp.v59i10.1894.