Bd. 67 Nr. 5 (2025): atp magazin

atp magazin 5/2025

Neue Offenheit, neue Chancen
Die Prozess- und Fertigungsindustrie hegt schon seit vielen Jahren den Traum von einer modularen und flexiblen Produktion, die auf viele verschiedene Szenarien resilient reagieren kann.

Mit MTP, NOA und APL stehen die dafür notwendigen Technologien schon zur Verfügung doch ermöglichen gemeinsam erst jetzt, was unser Cover zeigt: Statt für jeden neuen Produktionsprozess umständlich neue Abläufe aufzusetzen oder sogar neue Anlagen bauen und in Betrieb nehmen zu müssen, reicht in Zukunft eine einzige modulare und wandelbare Produktionsstätte aus.

Das atp magazin 5/2025 zeigt eindrucksvoll, wie der Traum offener Architekturen sowohl für Bestandsanlagen als auch das Greenfield endlich wahr wird.

Das Interview-Highlight

„Die Erstellung von Normen und Standards wird ein Icebreaker sein“
Die Potenziale und Herausforderungen von Gleichstrom in der industriellen Automatisierung sind riesig. Im Gespräch mit Dr.-Ing. Thomas Tauchnitz und Dr.-Ing. Kurt Bettenhausen erklärt Gunther Koschnick, ZVEI-Fachverband Automation, warum DC-Netze Effizienz und Nachhaltigkeit   revolutionieren können, welche Rolle Normen als „Icebreaker“ spielen – und wieso der Wandel gerade jetzt Fahrt aufnimmt. Denn es zeigt sich: Wer in der Automation vorne mitspielen will, sollte das Thema DC auf dem Radar haben.

Die peer-reviewten Hauptbeiträge

MTP-Realisierung an einer Multi-Vendor Anlage
"Multi-Vendor Anlage? Wie setze ich das in der Praxis um?"
Das Module Type Package (MTP) ist standardisiert. Damit sollte die obige Frage eigentlich gar nicht zu stellen sein. In der Praxis taucht sie aber dann doch auf. Der vorliegende Beitrag zeigt zunächst, woran das liegt: Die Konzepte zur Umsetzung der Process Equipment Assemlblies (PEAs) und insbesondere deren Integration in ein überlagertes Process Orchestration Layer (POL) unterscheiden sich bei  verschiedenen Herstellern. Daraus ergeben sich unterschiedliche Herangehensweisen beim  Engineering. Um dies herauszuarbeiten wurde eine Multi-Vendor-Anlage mit MTP aufgebaut und in Betrieb genommen. Die Autoren berichten detailliert über die erfolgreiche Umsetzung. Die Lessons Learned sind für MTP-Interessierte (und die die es noch werden wollen) unbedingt lesenswert. Das Fazit der Autoren: MTP ist da! Die Werkzeuge sind da! Und MTP ist einsatzbereit!

Standardisierung digitaler Informationsmodelle (Teil 1)
"Haben Informationsmodelle auch einen Lebenszyklus?"
Wir haben es heute mit einer Vielzahl von oft nicht interoperablen Informationsmodellen zu tun und ständig kommen neue hinzu. Woran liegt das und wie kann man das ändern? Der vorliegende erste Teil dieses Beitrags widmet sich dieser Frage zunächst grundsätzlich. Im zweiten Teil (vorgesehen für die nächste Ausgabe) wird dann eine exemplarische Lösung vorgestellt. Der vorliegende Beitrag zeigt die Voraussetzungen auf, die gelten müssen, damit Informationsmodelle sich dauerhaft durchsetzen können. Die Autoren zeigen, wie wichtig dafür Pflegbarkeit und Versionierung von Modellen sind. Die Antwort auf die obige Frage ist also: Modelle entwickeln sich über die Zeit. Neben funktionalen Anforderungen an das Engineering von Informationsmodellen werden auch eine Reihe von Anforderungen zur Akzeptanz und zur Praxistauglichkeit von Informationsmodellen herausgearbeitet.

Studie zur Wirtschaftlichkeit von Ethernet-APL
"Ethernet-APL: Klingt interessant, aber ist das nicht viel zu teuer?"
Im atp magazin wurde schon oft über die Vorteile von Ethernet-APL berichtet. Die publizierten  Marktübersichten zeigen zudem eine ständig wachsende Verfügbarkeit von Komponenten. Aber  warum sehen wir immer noch Neuinstallationen, die die Technologie nicht nutzen? Könnte es an den befürchteten Kosten liegen? Ist der Einsatz von Ethernet-APL trotz aller erwarteten Vorteile am Ende einfach zu teuer? Um diese Frage zu beantworten, hat die NAMUR APL Task Force eine Referenzanlage mit einem Mengengerüst definiert, auf deren Basis unterschiedliche Anlagenkonzepte entwickelt und verglichen wurden. Der vorliegende Beitrag zeigt die Ergebnisse des Vergleichs bei den Investitions- aber auch den Engineering-Kosten von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Es zeigt sich, dass der reduzierte Engineering-Aufwand, zumindest in diesem Referenzbeispiel, die derzeit noch höheren Hardware-Kosten mehr als aufwiegt.

OT-Security für Ethernet-APL - Architektur und Feldgeräte für den sicheren Betrieb
"Ethernet-APL: Klingt interessant, aber ist das nicht viel zu teuer?"
Die vollständige Digitalisierung der Anlagenautomation bis hinunter zur Feldebene ist mit Ethernet-APL möglich geworden. Dies erlaubt neue innovative Konzepte für Betrieb, Wartung und Management der Anlagen. Aber öffnen wir unsere Anlagen damit nicht für weitere potenzielle Cyberangriffe? Um dieser berechtigten Frage nachzugehen, werden im vorliegenden Beitrag zunächst die neuen Bedrohungsszenarien analysiert und die Anforderungen an die Security zusammengestellt. Ansätze zur Erfüllung dieser Anforderungen werden präsentiert und darauf aufbauend zeigen die Autoren, welche Bedingen eingehalten müssen, damit durch den Einsatz von Ethernet-APL kein erhöhter Aufwand zur Sicherstellung der Security entsteht.

Veröffentlicht: 21.08.2025